Mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied will Geständnis abgeben

Mutmaßliches Al-Kaida-Mitglied will Geständnis abgeben


News NeuwiedEin als Al-Kaida-Mitglied angeklagter Deutsch-Afghane wird den Angaben seines Verteidigers zufolge, die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weitgehend einräumen. Verteidiger Michael Rosenthal erklärte dies am Rande der am Montag eröffneten Hauptverhandlung vor dem Oberlandesgericht in Koblenz.
Dem 37 Jahre alten Ahmad S. wird von der Bundesanwaltschaft vorgeworfen, im März 2009 in die Region Waziristan im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet ausgereist zu sein, um sich dort für den bewaffneten Dschihad ausbilden zu lassen. Erst soll er sich der Islamischen Bewegung Usbekistan und später dann Al Kaida angeschlossen haben. Des Weiteren soll S. in Trainingslagern der Terrorgruppen den Umgang mit Waffen erlernt haben. Er soll auch an verschiedenen Kämpfen teilgenommen haben. Zudem soll der 37-Jährige zusammen mit dem bereits im vergangenen Jahr zu einer viereinhalbjährigen Haftstrafe verurteilte Frankfurter Rami M. im Auftrag Al Kaidas ein europäisches Netzwerk aufbauen. Ferner wirft ihm die Anklage vor, sich für weitere nicht näher spezifizierte Operationen bereitgehalten zu haben. Der Vertreter der Bundesanwaltschaft, Ullrich Schultheis erklärte in einer Verhandlungspause: "Es liegt der Verdacht nahe, dass es sich dabei um Terroranschläge handeln sollte.
Ahmad S. schilderte in den ersten Stunden des Prozesses seinen Lebensweg und machte Angaben zu mutmaßlichen islamistischen Mitstreitern. Im Beisein seines Anwaltes sagte er in einer Verhandlungspause, dass er froh sei, dass es nun endlich losgeht und dass ihm bewusst sei, dass er bestraft werde. Ahmad S. wurde vor seiner Überführung nach Deutschland rund ein Jahr in einem Gefangenenlager der USA im afghanischen Baghram festgehalten.
Der Anwalt kündigte zudem an, dass Ahmad S. weitere umfängliche Angaben machen werden. Zudem hieß es, dass er anders als von der Bundesanwaltschaft dargelegt, nicht an Kämpfen beteiligt gewesen sei. Am Rande sagte Ahmad S. selbst: "Ich kann keiner Fliege etwas zuleide tun."
Die deutschen Sicherheitsbehörden schreckten nach der Aussage von Ahmad S. nach seiner Festnahme auf. Zudem wurde der damalige Innenminister Thomas de Maizière nach weiteren Hinweisen Ende 2010 dazu veranlasst, ein Terrorwarnung herauszugeben. Den Informationen zufolge war Ahmad S. gemeinsam mit seiner Ehefrau, seinem jüngeren Bruder und weiteren Hamburger Glaubensbrüdern ausgereist.
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